Es gibt Zufälle, die sind so verrückt, dass man gar nicht mehr an Zufälle glaubt. Wie zum Beispiel unser Treffen mit Esther und Daniel. Aber fangen wir erstmal ganz von vorne an.

Nachdem wir Abends in Cusco in den Bus gestiegen sind, ging es bei einer unruhigen Nachtfahrt in Richtung Titicacasee weiter. In Puno machen wir einen kurzen Stop zum Frühstücken, bevor wir die Grenze nach Bolivien erreichen. Wir müssen den großen Reisebus verlassen und zu Fuß über die Grenze gehen, um dort in einem bolivianischen Bus von „Bolivia Hop“ weiterzufahren. Diese Busse sind… anders. Es fehlt an viel Komfort und vor allem sind sie wesentlich kleiner, was aber auch seine Gründe hat, wie wir in ein paar Tagen erfahren sollten.

Immerhin müssen wir nicht allzu lange in diesem Bus weiterfahren, da wir schon nach kurzer Zeit das schöne Städtchen Copacabana am Titicacasee erreichen, in dem wir uns zwei Nächte niederlassen. Durch die vielen Bars und Cafés direkt an der Promenade mit Blick auf den höchsten, kommerziell schiffbaren See der Welt, kommt auf unserer Reise zum ersten Mal richtiges Urlaubsfeeling auf. Man fühlt sich etwas wie am Meer, doch der Meeresspiegel liegt knapp vier Kilometer unter uns.

Dass wir uns auf Copacabana so gefreut haben, liegt aber vor allem auch daran, dass wir uns mit Esther und Daniel verabredet haben. Die beiden Schweizer haben wir Anfang Januar 2015 in Costa Rica kennengelernt, da wir uns dort auf unserer Rundreise mehr oder weniger zufällig immer wieder an verschiedenen Orten des Landes begegnet sind. Genauso zufällig hatte Esther über ihren WhatsApp-Status einige Tage zuvor Bilder von ihrer Reise durch Peru geteilt und Caro hatte in Cusco diese Bilder gesehen und die Orte sofort wieder erkannt. Wir nehmen Kontakt auf. Sind die beiden etwa gerade auch auf den Weg von Peru nach Bolivien? Ja, sind sie! Und sind die beiden gleichzeitig mit uns in Copacabana? Ja, sind sie! Die Welt ist wirklich ein Dorf…

Liebe Esther, lieber Daniel, es war wirklich schön mit euch und wir hoffen, dass wir uns noch ganz oft zufällig (oder geplant) irgendwo auf dieser Erde über den Weg laufen!

Einen Tag nach unserer Ankunft fahren wir mit dem Boot auf die Isla del Sol. Da sehr viele Zubringerboote im Hafen liegen, erwarten wir auf der kleinen Insel im See die Tourismus-Hölle, werden aber positiv überrascht. Beim Wandern über die Insel, die in der Länge etwa zehn Kilometer misst, begegnen wir kaum anderen Leuten. Wir laufen auf Pfaden durch kleine Dörfer, werden von den Bauern auf den Feldern begrüßt und quetschen uns an den vielen Eseln vorbei, die auf unserem Weg stehen. Denn was im Allgäu die Kuh, ist auf der Isla des Sol der Esel. Das Panorama auf der Insel ist einmalig, mit dem riesigen See unter uns und den gigantischen Bergen im Hintergrund, deren Gipfel sich in den Wolken nur erahnen lassen. Fast wie auf dem Titelbild eines Outdoor-Magazins.

Am nächsten Tag verbringen wir noch etwas Zeit in Copacabana selbst, ehe uns der Bus am Abend in die bolivianische Großstadt La Paz bringt. Auf dem Weg dorthin müssen wir den Titicacasee an einer schmalen Stelle queren, was bedeutet, dass wir alle am Seeufer den Bus verlassen müssen. Unser Bus ist deshalb so klein, da er auf einem schmalen Floß über den See gefahren wird (kein Witz), während wir auf Boote aufgeteilt werden und mit jeweils 25 Personen in einer winzigen, unbeleuchteten Nussschale in der Dunkelheit über den See gondeln. Immerhin waren zwei Schwimmwesten an Bord. Leider war es so stockfinster, dass wir von diese Spektakel keine Bilder machen konnten, aber es war definitiv ein Erlebnis!

In La Paz angekommen werden alle Insassen auf die verschiedenen Hostels verteilt. Wir beide wollen jedoch direkt zum Flughafen, da es für uns noch in der Nacht weiter nach Chile geht. Außer uns, hat noch ein Paar aus Australien die gleichen Pläne und auch den selben Flug gebucht. Ihre Namen: Carolyn und Michael. Zufall?

8 Replies to “Alles Zufall?”

  1. Das war wirklich ein glücklicher Zufall. Oder hatte etwa Inti, der Inka Sonnengott, seine Finger im Spiel 😉 ? Wir werden euren Blog mit Interesse gerne weiterlesen und freuen uns jetzt schon auf eure Erlebnisse in Patagonien und Tierra del fuego.
    Que la suerte os acompañe! Saludos de los dos Suizos.

  2. Liebe Caro, lieber Michi
    der Blog ist richtig cool und eure Bilder sind sehr phantastisch! Wir freuen uns schon auf die nächsten Fotos und Berichte. Wir wünschen Euch auch weiterhin viele eindrucksvolle Reiseerlebnisse!!
    Liebe Grüße Emilia, Sylvia und Bernd

  3. Hallo Caro und Michi, das sind ja sehr abenteuerliche und aufregende Erlebnisse auf eurer Reise. Bin schon ganz gespannt auf eure nächste Etappe. Und das mit dem Buch schreiben, würde ich mir an eurer Stelle noch mal überlegen! Ganz viele liebe Grüße und weiterhin gute Reise! Marga

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